Hannover, 7. Mai 2026 – Die FREIEN WÄHLER Niedersachsen unterstützen ausdrücklich den vom Bundeskabinett beschlossenen Kurswechsel hin zu mehr Freileitungen beim Ausbau der Höchstspannungsnetze. Nach Einschätzung des Landesverbandes handelt es sich um einen längst überfälligen Schritt, um Kosten zu senken, Planungsverfahren zu beschleunigen und die Energiewende technisch solide umzusetzen.
Der seit 2016 politisch bevorzugte Vorrang für Erdkabel sei ein kostspieliges und Risko behaftetes Großexperiment gewesen. Nach öffentlich zugänglichen Informationen liegen die Kosten für Erdkabel drei- bis viermal höher als für Freileitungen, was sich direkt in höheren Netzentgelten für Verbraucherinnen und Verbraucher niederschlägt.
Erdkabel als das eigentliche Experiment – technische Einordnung durch Experten
Der Leitungsbau-Experte Dirk Kaitschick, der seit vielen Jahren Infrastrukturprojekte im Höchstspannungsbereich begleitet, ordnet die Entscheidung fachlich ein:
„Freileitungen sind technisch ausgereift, zuverlässig und im Störungsfall deutlich schneller instand zu setzen. Die flächendeckende Erdverkabelung von Höchstspannungsleitungen war ein politisch motiviertes Experiment mit erheblichen technischen Risiken. Besonders die Muffenverbindungen im Erdreich sind anfällig und im Schadensfall aufwendig zu reparieren.“
Kaitschick verweist zudem darauf, dass der Anschlag auf eine Kabelbrücke in Berlin die Verwundbarkeit unterirdischer Systeme sichtbar gemacht habe. Freileitungen ermöglichten hingegen eine schnelle Sichtkontrolle und eine deutlich effizientere Fehlerbehebung.
Die FREIEN WÄHLER Niedersachsen kritisieren, dass die massiven Eingriffe in Bodenstruktur und Bodenleben durch Erdkabel in der politischen Debatte häufig ausgeblendet würden. Der Bau metertiefer Kabeltrassen beeinträchtige Bodenfruchtbarkeit, Wasserhaushalt und landwirtschaftliche Nutzung über Jahre hinweg.
Als Beispiel wird auf archäologische Luftbilder des Römischen Limes verwiesen, in denen selbst minimale Bodenstörungen aus der Antike bis heute sichtbar sind. Dies verdeutliche, wie dauerhaft Eingriffe in den Boden wirken können.
Besonders begrüßen die FREIEN WÄHLER Niedersachsen die klare Positionierung des Landvolks Niedersachsen. Dessen Präsident hat öffentlich erklärt, dass Freileitungen die landwirtschaftliche Bewirtschaftung deutlich weniger beeinträchtigen als Erdkabel, die tief in die Bodenstruktur eingreifen und langfristige Schäden verursachen können.
Für ein Agrarland wie Niedersachsen, das stark von Projekten wie SuedLink und A‑Nord betroffen ist, sei dies ein entscheidendes Argument.
Die FREIEN WÄHLER Niedersachsen sprechen sich für eine Energiewende aus, die wirtschaftlich tragfähig, technisch solide und für Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleibt. Der Kurswechsel der Bundesregierung wird daher ausdrücklich begrüßt.
„Statt teurer Symbolpolitik brauchen wir pragmatische Lösungen. Freileitungen ermöglichen schnelleren Ausbau, geringere Kosten und mehr Planungssicherheit. Das ist ein Gewinn für Verbraucher, Wirtschaft und Energiewende gleichermaßen.“so Kaitschick.

