Hülya Iri und kein Ende in Sicht

 

Hülya Iri und kein Ende in Sicht

Oliver Wempe Landesvorsitzender der FREIEN WÄHLER Niedersachsen




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Der Fall um die ehemalige SPD‑Ratsfrau Hülya Iri entwickelt sich zunehmend zu einem politischen Skandal von erheblicher Tragweite. Neue Recherchen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) und des Politikjournals Rundblick Niedersachsen zeigen, dass es sich nicht nur um ein Verwaltungsversagen handelt, sondern um ein strukturelles Führungsproblem innerhalb der SPD Hannover. „Was wir hier sehen, ist kein bedauerlicher Einzelfall, sondern ein systemisches Versagen der politischen Verantwortungsträger“, erklärt Oliver Wempe, Landesvorsitzender der FREIEN WÄHLER Niedersachsen und Kandidat für das Amt des Regionspräsidenten.

Besonders bemerkenswert ist, dass die Madsack‑Medien, trotz ihrer traditionellen Nähe zur SPD, konsequent und kritisch berichten. Die HAZ hat in den vergangenen Wochen zahlreiche neue Details offengelegt, darunter zusätzliche Geldquellen, Nachforderungen des Bundes und strukturelle Defizite im Verein Integrationsarbeit Kronsberg. „Ich begrüße ausdrücklich, dass die HAZ hier journalistische Haltung zeigt und sich nicht von parteipolitischen Rücksichten leiten lässt“, so Wempe. „Das ist gelebte Pressefreiheit und ein Dienst an der Öffentlichkeit.“

Der Rundblick Niedersachsen liefert darüber hinaus die politisch brisantesten Analysen. Das Magazin dokumentiert, dass die SPD Hannover bereits 2024 interne Warnsignale kannte, aber keine Konsequenzen zog, weil Iri in bestimmten Milieus als „Stimmenbringerin“ galt. Der Rundblick schreibt, die SPD habe „nicht die Kraft gehabt, sich von einer umstrittenen Genossin zu lösen“. Für Wempe ist das ein schwerwiegender Befund: „Wenn eine Partei aus Angst vor Stimmenverlusten wegschaut, obwohl interne Hinweise auf Fehlverhalten vorliegen, dann ist das ein Verrat an den Grundprinzipien politischer Verantwortung.“

Besonders brisant sind die öffentlich geäußerten Verdachtsmomente, wonach Immobilien innerhalb der Familie Iri/Bozdemir möglicherweise mit Vereinsgeldern finanziert worden sein könnten. Eine anonyme Anzeige, auf die sich mehrere Medien beziehen, spricht sogar von möglichen Vermögensverschiebungen ins Ausland. „Wenn sich bestätigt, dass öffentliche Gelder in private Immobilien geflossen sind – möglicherweise sogar ins Ausland –, dann reden wir über einen der schwersten Fälle von Subventionsmissbrauch der letzten Jahre“, betont Wempe. „In solchen Fällen prüfen Ermittlungsbehörden regelmäßig Haftbefehle wegen Flucht- oder Verdunkelungsgefahr. Das zeigt, wie ernst die Lage ist.“

Während regionale und private Medien intensiv berichten, fällt eines besonders auf: die auffällige Stille der öffentlich‑rechtlichen Sender NDR, ARD und ZDF. Trotz der erheblichen öffentlichen Relevanz – vergleichbar mit dem AWO‑Skandal, der damals breit und investigativ begleitet wurde – findet der Fall Iri bislang kaum Erwähnung. „Es ist irritierend, dass die öffentlich‑rechtlichen Medien bei einem Skandal dieser Größenordnung quasi schweigen“, kritisiert Wempe. „Gerade sie haben den gesetzlichen Auftrag, Missstände aufzudecken und politische Macht kritisch zu begleiten. Wenn sie diesen Auftrag nicht wahrnehmen, entsteht ein gefährliches Informationsvakuum.“

Für die SPD Hannover ist der Schaden bereits jetzt erheblich. Der Rundblick beschreibt die Lage als „toxisch“, „hausgemacht“ und „selbstverschuldet“. Interne Warnsignale wurden ignoriert, Iri wurde aus wahltaktischen Gründen politisch geschützt, und erst als der Skandal öffentlich wurde, reagierte die Parteiführung. „Die SPD hat hier nicht nur versagt, sie hat aktiv dazu beigetragen, dass der Schaden größer wurde“, sagt Wempe. „Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in politische Integrität wird so nachhaltig beschädigt.“

Wempe zieht ein klares Fazit: „Der Fall Iri ist kein lokaler Betriebsunfall. Er ist ein Symptom für strukturelle Schwächen in der Fördermittelkontrolle und für parteipolitische Fehlentscheidungen. Ich danke ausdrücklich den Journalistinnen und Journalisten, die trotz politischer Nähe oder möglicher Widerstände an der Sache dranbleiben. Ohne ihre Arbeit wüssten wir heute deutlich weniger.“