FREIE WÄHLER Niedersachsen fordern klare Perspektive für Behindertenwerkstätten

 

FREIE WÄHLER Niedersachsen fordern klare Perspektive für Behindertenwerkstätten

Bärbel Müller und Arnold Hansen




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Müller: Für fast alle Branchen gibt es klare Vorgaben, nur die Beschäftige in den Werkstätten hängen weiter in der Luft.

Ganderkesee. Durch die erneute Verlängerung des Shutdowns für die 82 Behindertenwerkstätten in Niedersachsen bis zum 27. Mai werden die Beschäftigten und ihre Familien vor große Herausforderungen gestellt. Diese besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppe droht in der öffentlichen Wahrnehmung hinten runter zu fallen. Die FREIEN WÄHLER Niedersachsen fordern deshalb, dass schnellstmöglich offen und für die Betroffenen verständlich über Öffnungszeitpunkte informiert wird.

Bärbel Müller, Mitglied der FREIEN WÄHLER und selbst ehemalige Bildungsbegleiterin in den Delme-Werkstätten in Ganderkesee, sieht besonders durch den Wegfall des sozialen Umfeldes große Herausforderungen für die 250 Beschäftigten vor Ort: „Normalerweise werden Änderungen im Tagesablauf langfristig über den Sozialen Dienst per Brief oder Informationsschreiben in leichter Sprache angekündigt. In der aktuellen Krise wurden jedoch viele Einrichtungen von jetzt auf gleich geschlossen, ohne dass die Betreiber vom Ministerium klare Vorgaben erhalten haben. Da auch die betreuten Unterkünfte von den Coronavorgaben betroffen sind, müssen viele unserer Schützlinge zu ihren Eltern zurückziehen. Diese gehören meist selbst zur Covid-19 Risikogruppe und werden durch diese unkoordinierten Vorgaben noch zusätzlich belastet.“

Deutschlandweit sind mehr als 310.000 Erwachsene mit Behinderungen in den Werkstätten und im Berufsbildungsbereich beschäftigt. Über 50 Prozent von Ihnen leben noch im Haushalt ihrer Eltern und können momentan keine Betreuungsangebote in Anspruch nehmen.

Arnold Hansen, Landesvorsitzender FREIE WÄHLER Niedersachsen, fordert deshalb nach dem Vorbild der Schulöffnungen klare Hygiene- und Schutzkonzepte für eine baldige Wiedereröffnung: „Die Betriebsbereiche der Werkstätten in denen medizinische oder pflegerelevante Produkte hergestellt werden, durften die ganze Zeit weiter produzieren. Dort konnten anscheinend wirksame Schutzkonzepte eingeführt werden. Es ist für mich daher unverständlich, dass der Rest der Betroffenen und ihre Familien weiterhin in der Luft hängen und keine Perspektive geboten bekommen. Die Delme-Werkstatt bei uns vor Ort leistet eine hervorragende Arbeit. Die dort tätigen Menschen dürfen deshalb von der Politik nicht als Beschäftigte zweiter Klasse behandelt werden.“

 

 

 

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